Der Velobau im Überblick
Feilen und anpassen – der Inbegriff des Velobaus
Die Hauptarbeit besteht aus dem Anfertigen des Velorahmens. Die Präzisionsstahlrohre mit einer Wandstärke von einem Millimeter müssen zuerst exakt zugeschnitten werden. Danach beginnt eine Tätigkeit die Genauigkeit und Durchhaltevermögen fordert. Stück für Stück müssen die Rohre mit der Feile auf Zehntelmillimeter genau angepasst werden.
Hartlöten
Mit Feingefühl wird nun jede Rohrverbindung hartgelötet. Die Hitze der Flamme, die Wärmeverteilung und das Auftragen des Hartlots muss genau beobachtet und kontrolliert werden. Nur dadurch wird die Qualität der Lötstelle gewährleistet.
Biegen der Rohre
Verschiedenste Rohre am Rahmen müssen gebogen werden. Mit einer speziellen Maschine werden die dünnwandigen Rohre kalt gebogen. Einzelne Rohre müssen mit mehreren Bögen versehen werden wodurch verschiedenste Messungen erforderlich sind.
Der bequeme Stuhl
Die Sitzbespannung wird aus starkem Netzstoff gefertigt. Der Stoff wird nach der zuvor ausgearbeiteten Vorlage zugeschnitten und genäht. Verstärkungen und manchmal dreifaches Nähen führen zu einer bequemen und starken Sitzbespannung.
Speiche um Speiche...
Die Fahrradräder werden nicht einfach gekauft und montiert, sondern in Einzelteilen geliefert selber zusammengebaut. Jede einzelne Speiche muss in die richtige Position gebracht und danach verschraubt werden. Bei 18 langen und 18 kurzen Speichen die sich nur durch einen Millimeter unterscheiden ist die Schwierigkeit vorprogrammiert und nicht selten müssen halbfertige Räder wieder auseinander genommen werden. Nach geduldigem Zentrieren der Räder läuft die Sache rund und keine Acht stört den schnellen Lauf des Rades.
Umleitung muss sein
Die Umlenkrolle für die Kette wird an der Drehbank aus Spezialkunststoff gefertigt. Ein geschlossenes Industriekugellager bildet der Kern der Rolle. Es muss exakt satt in den Kunststoff eingelassen sein und damit tausende von Kilometern zu überstehen.
Das Montieren der Komponenten
Bei jedem Teil (Zahlkranz, Schaltung, Bremsen etc. ) liegen Gebrauchsanweisungen in mind. zehn Sprachen bei. Trotzdem ist mündliche und praktische Hilfe nötig.
Die Arbeiten sind vielfältig und interessant. Am Ende steht das fertige Fahrzeug da und mit der ersten Probefahrt ist der Höhepunkt der Bauphase erreicht.
